Schwarz-gelbe Regierung: Was denkst Du?

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© Alexa Catalin
28.09.2009

Selbst ohne Überhangmandate sind Union und FDP als klare Wahlsieger aus der Bundestagswahl hervorgegangen. Wie beurteilt die Bevölkerung den Regierungswechsel und welche Erwartungen stellt sie an das neue Bündnis?

Unter der Bevölkerung herrscht angesichts des Regierungswechsels überwiegend "vorsichtiger Optimismus". Das zeigt eine unmittelbar nach den ersten Hochrechnungen durchgeführte repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov unter 1250 Bundesbürgern über 18 Jahren. Zwar haben sich 45 Prozent der Befragten zufrieden über das Wahergebnis geäußert, in konkreten politischen Fragen sei aber auch viel Skepsis sichtbar geworden.

Wem vertrauen die Wähler?

38 Prozent der befragten Bundesbürger gewähren dem neuen schwarz-gelben Regierungsbündnis einen Vertrauensvorschuss, ebenso viele seien jedoch noch misstrauisch. Angela Merkel trauen der Umfrage zufolge 59 Prozent eine erfolgreiche zweite Amtszeit mit der FDP im Boot zu. 27 Prozent äußerten sich diesbezüglich ausdrücklich negativ. Verglichen mit der Bundeskanzlerin hat Guido Westerwelle einen weitaus schwereren Stand bei den Umfragteilnehmern: Nur 33 Prozent schenken ihm ihr Vertrauen. Von 25 Prozent der Befragten werde er als zurückhaltend, von 42 Prozent als misstrauisch eingeschätzt.

Erwartungen und Befürchtungen

Bezüglich der von FDP und Union geäußerten Wahlversprechen nehmen die Bundesbürger eine kritische Haltung ein: Dass die in Aussicht gestellten Steuersenkungen tatsächlich durchgesetzt werden - daran glauben zwei Drittel der Befragten nicht. Außerdem bestehe bei fast der Hälfte der Umfragteilnehmer (45%) die Befürchtung, dass mit der neuen Koalition zweier bürgerlicher Parteien das Thema soziale Gerechtigkeit vernachlässigt wird. Darüber hinaus halten 52 Prozent es für wahrscheinlich, dass es unter einer CDU/CSU/FDP-Regierung zu einer Abkehr vom Ausstieg aus der Atomenergie kommen werde.

Wunschminister der Wähler

Auch hinsichtlich der Bekleidung von Ministerien hat YouGov 1250 Deutsche befragt. Demnach gilt Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg mit einem Zuspruch von 63 Prozent der Befragten zu den Wunschministern der Bevölkerung. Auch Familienministerin Ursula von der Leyen wollen 50 Prozent der Umfrageteilnehmer in der neuen Bundesregierung wiedersehen. Deutlich weniger Zustimmung erfährt der Befragung zufolge Innenminister Wolfgang Schäuble mit 31 Prozent.

Auch Forschungsministerin Annette Schavan (CDU; 25%), Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU; 21%), Verbraucherschutz- und Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU; 20%) sowie der Minister für besondere Aufgaben Thomas de Maizière (CDU, 19%) können sich keiner all zu großen Zustimmung unter den Befragten erfreuen.

FDP-Chef Guido Westerwelle sieht nur ein Drittel bevorzugt in der Rolle des Außenministers, für ein weiteres Drittel ist er der Wunschkandidat für das Amt des Wirtschaftsministers. Horst Seehofer soll nach Auffassung von 62 Prozent der Befragten nicht als Minister in die neue Bundesregierung eintreten.

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(she)
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