Trinkende Männer haben seltener Herzinfarkt
City- & Szenenews
20.11.2009
Eine umstrittene Studie, die in großem Maße an spanischen Männern und Frauen durchgeführt wurde, besagt, bei Männern mit regelmäßigem Alkoholkonsum würde das Herzinfarktrisiko um ein Vielfaches sinken. Andere Experten weisen dagegen auf die Risiken hin.
Der tägliche Alkoholkonsum von Männern reduziert das Risiko eines Herzinfarkts um ein Drittel. Das haben Forscher bei mehr als 15.500 Männern und 26.000 Frauen in Spanien herausgefunden. Andere Experten äußerten sich sehr kritisch gegenüber der Studie, denn sie verweisen auf andere Erkrankungen, die auf Alkoholkonsum zurückzuführen sind und jährlich 1,8 Mio. Todesopfer fordern.
Frauen hätten allerdings deutlich weniger Vorteile vom täglichen Trinken, resümieren die Forscher. Die Studie, die das Fachmagazin Heart publizierte, wurde in Spanien - einem Land mit relativ hohem Alkoholkonsum, aber einer geringen Zahl an Herzinfarkten - durchgeführt. Dazu wurden Frauen und Männer zwischen 29 und 69 Jahren über die Trinkgewohnheiten während der vergangenen zehn Jahre befragt.
Großer Alkoholkonsum besserer Herzinfarktschutz
Die Forscher haben die Probanden in sechs Grundtypen eingeteilt, nach Alkoholkonsum gestaffelt. Bei jenen, die täglich weniger als einen Schuss Wodka zu sich genommen hatten, verringerte sich das Herzinfarktrisiko um 35 Prozent. Bei denen, die täglich drei bis elf solcher Portionen tranken, sogar um 50 Prozent. Bei Frauen konnte kein positiver Effekt festgestellt werden. Möglicherweise habe das mit der unterschiedlichen Art des Abbaus zu tun.
Die Art des Getränks schien eine geringere Rolle zu spielen. Der Schutz vor Herzkrankheiten war bei den Befragten, die große Mengen verschiedener Drinks zu sich nahmen, deutlich größer. Die genauen Mechanismen sind unklar. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Alkohol die HD-Lipoprotein-Werte - auch "gutes Cholesterin" genannt - ansteigen lässt und so verhindert, dass sich das "schlechte" Cholesterin in den Arterien aufbauen kann.
Mediziner: Alkohol schadet besonders Männern
"Alkohol ist hyperkalorisch, das heißt, dass Männer, die Alkohol trinken, eine große Menge von Kalorien zuführen und das führt zu Übergewicht mit den bekannten negativen Auswirkungen auf Körper und Geist", meint der Sexualmediziner Georg Pfau gegenüber pressetext. Zudem sei Alkohol ein Risikofaktor für Krebs im gesamten Verdauungstrakt, von der Zunge bis zum Enddarm. "Alkohol fördert die Entstehung des Prostatakarzinoms, den Muskelabbau und Fettaufbau."
Weiter führt Pfau aus: "Der vielleicht einzige Vorteil von Alkohol ist seine psychotrope Wirkung. Das heißt, dass durch die veränderte Wahrnehmung Hemmungen wegfallen." Doch auch diese Wirkung sei nicht uneingeschränkt positiv zu beurteilen. "Denn Alkohol vermindert die kognitive Leistungsfähigkeit und ist grundsätzlich kontraproduktiv für die Sexualität", erklärt der Mediziner.
"Alkohol ist zudem eine hormonell aktive Substanz. Er greift in den Hormonhaushalt des Männerkörpers ein. Konkret kommt es zur Aktivierung eines Enzyms namens Aromatase, das das Männerhormon Testosteron in das Frauenhormon Östradiol umwandelt. Die Auswirkungen sind leicht auszumalen", so Pfau. Die antioxidative Wirkung des Alkohols - vor allem Wein - könne auch durch andere Maßnahmen erreicht werden.
Die Studie ist hier abrufbar.
(pte / pb)
Eine umstrittene Studie, die in großem Maße an spanischen Männern und Frauen durchgeführt wurde, besagt, bei Männern mit regelmäßigem Alkoholkonsum würde das Herzinfarktrisiko um ein Vielfaches sinken. Andere Experten weisen dagegen auf die Risiken hin.
Der tägliche Alkoholkonsum von Männern reduziert das Risiko eines Herzinfarkts um ein Drittel. Das haben Forscher bei mehr als 15.500 Männern und 26.000 Frauen in Spanien herausgefunden. Andere Experten äußerten sich sehr kritisch gegenüber der Studie, denn sie verweisen auf andere Erkrankungen, die auf Alkoholkonsum zurückzuführen sind und jährlich 1,8 Mio. Todesopfer fordern.
Frauen hätten allerdings deutlich weniger Vorteile vom täglichen Trinken, resümieren die Forscher. Die Studie, die das Fachmagazin Heart publizierte, wurde in Spanien - einem Land mit relativ hohem Alkoholkonsum, aber einer geringen Zahl an Herzinfarkten - durchgeführt. Dazu wurden Frauen und Männer zwischen 29 und 69 Jahren über die Trinkgewohnheiten während der vergangenen zehn Jahre befragt.
Großer Alkoholkonsum besserer Herzinfarktschutz
Die Forscher haben die Probanden in sechs Grundtypen eingeteilt, nach Alkoholkonsum gestaffelt. Bei jenen, die täglich weniger als einen Schuss Wodka zu sich genommen hatten, verringerte sich das Herzinfarktrisiko um 35 Prozent. Bei denen, die täglich drei bis elf solcher Portionen tranken, sogar um 50 Prozent. Bei Frauen konnte kein positiver Effekt festgestellt werden. Möglicherweise habe das mit der unterschiedlichen Art des Abbaus zu tun.
Die Art des Getränks schien eine geringere Rolle zu spielen. Der Schutz vor Herzkrankheiten war bei den Befragten, die große Mengen verschiedener Drinks zu sich nahmen, deutlich größer. Die genauen Mechanismen sind unklar. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass Alkohol die HD-Lipoprotein-Werte - auch "gutes Cholesterin" genannt - ansteigen lässt und so verhindert, dass sich das "schlechte" Cholesterin in den Arterien aufbauen kann.
Mediziner: Alkohol schadet besonders Männern
"Alkohol ist hyperkalorisch, das heißt, dass Männer, die Alkohol trinken, eine große Menge von Kalorien zuführen und das führt zu Übergewicht mit den bekannten negativen Auswirkungen auf Körper und Geist", meint der Sexualmediziner Georg Pfau gegenüber pressetext. Zudem sei Alkohol ein Risikofaktor für Krebs im gesamten Verdauungstrakt, von der Zunge bis zum Enddarm. "Alkohol fördert die Entstehung des Prostatakarzinoms, den Muskelabbau und Fettaufbau."
Weiter führt Pfau aus: "Der vielleicht einzige Vorteil von Alkohol ist seine psychotrope Wirkung. Das heißt, dass durch die veränderte Wahrnehmung Hemmungen wegfallen." Doch auch diese Wirkung sei nicht uneingeschränkt positiv zu beurteilen. "Denn Alkohol vermindert die kognitive Leistungsfähigkeit und ist grundsätzlich kontraproduktiv für die Sexualität", erklärt der Mediziner.
"Alkohol ist zudem eine hormonell aktive Substanz. Er greift in den Hormonhaushalt des Männerkörpers ein. Konkret kommt es zur Aktivierung eines Enzyms namens Aromatase, das das Männerhormon Testosteron in das Frauenhormon Östradiol umwandelt. Die Auswirkungen sind leicht auszumalen", so Pfau. Die antioxidative Wirkung des Alkohols - vor allem Wein - könne auch durch andere Maßnahmen erreicht werden.
Die Studie ist hier abrufbar.
(pte / pb)
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