Unterm Strich zahl ich
City- & Szenenews
30.06.2009
"Bad Banks" für alle! Mit einer ungewöhnlichen Mitmach-Initiative geht eine neue Partei gegen die "Täter der Finanzkrise" vor.
Wie ein Blogger auf Telepolis meldete, hat eine noch relativ junge Partei eine OnlineInitiative gegen die sogenannten Bad Banks gestartet. Seit dem 27. Juni ruft der Bund mündiger Bürger (BmB) dazu auf, ein Formular herunterzuladen und auszufüllen, mit dem er oder sie als Privatperson ein Konto bei der Bad Bank beantragt.
Hintergrund
"Wer seine Miesen auf dem Konto schon immer loshaben wollte", so der Appell, "oder wer einen lästigen Kredit und sonstige Verpflichtungen am Hals hat, die er gerne jemand anderen aufbürden würde, hat für die Dauer der Aktion die einmalige Gelegenheit dazu", zitiert Telepolis den BmB. Das ausgefüllte und unterschriebene Formular soll an den BmB geschickt werden, der es "direkt an Bundeskanzlerin Merkel" weiterleiten will.
Systemrelevant? Nur Bürger!
Der BmB-Bundesvorsitzende Johannes Brender will Telepolis zufolge mit der Aktion die Regierung zu einer Antwort darauf zwingen, warum die "Marktgesetze", die "immer dann als unabänderlich propagiert werden, wenn sie zu Lasten der normalen Bürger und Arbeitnehmer wirken", nicht mehr gelten sollen, wenn sie die Verursacher der Wirtschaftskrise negativ betreffen würden. "Systemrelevant" seien Brenders Ansicht nach nicht Banken, sondern Grundrechte, weshalb nicht Unternehmen, sondern ausschließlich Bürger "berechtigte Empfänger von staatlichen Zuwendungen zur Überwindung der [...] Wirtschaftskrise" sein könnten, "keinesfalls aber die Täter".
Genau richtig oder ganz schön panne?
Ein bisschen Sand ins Getriebe der Politik, zumal da, wo sie offenkundig nicht ganz richtig läuft - das klingt sympathisch und macht bestimmt Spaß. Ob die Aktion einen Effekt hat (außer vielleicht einer angehobenen Augenbraue bei der Adressatin der unerwünschten Post)? Kaum. Gegen die Initiative spricht das nicht. So kann zeitgemäßes Engagement aussehen, und probieren sollte man so etwas - auch wenn es, wie kürzlich im Fall der Petition gegen Internetsperren, im schlimmsten Fall an den Entscheidungen der Politik nichts ändert.
(ur)
"Bad Banks" für alle! Mit einer ungewöhnlichen Mitmach-Initiative geht eine neue Partei gegen die "Täter der Finanzkrise" vor.
Wie ein Blogger auf Telepolis meldete, hat eine noch relativ junge Partei eine OnlineInitiative gegen die sogenannten Bad Banks gestartet. Seit dem 27. Juni ruft der Bund mündiger Bürger (BmB) dazu auf, ein Formular herunterzuladen und auszufüllen, mit dem er oder sie als Privatperson ein Konto bei der Bad Bank beantragt.
Hintergrund
"Wer seine Miesen auf dem Konto schon immer loshaben wollte", so der Appell, "oder wer einen lästigen Kredit und sonstige Verpflichtungen am Hals hat, die er gerne jemand anderen aufbürden würde, hat für die Dauer der Aktion die einmalige Gelegenheit dazu", zitiert Telepolis den BmB. Das ausgefüllte und unterschriebene Formular soll an den BmB geschickt werden, der es "direkt an Bundeskanzlerin Merkel" weiterleiten will.
Systemrelevant? Nur Bürger!
Der BmB-Bundesvorsitzende Johannes Brender will Telepolis zufolge mit der Aktion die Regierung zu einer Antwort darauf zwingen, warum die "Marktgesetze", die "immer dann als unabänderlich propagiert werden, wenn sie zu Lasten der normalen Bürger und Arbeitnehmer wirken", nicht mehr gelten sollen, wenn sie die Verursacher der Wirtschaftskrise negativ betreffen würden. "Systemrelevant" seien Brenders Ansicht nach nicht Banken, sondern Grundrechte, weshalb nicht Unternehmen, sondern ausschließlich Bürger "berechtigte Empfänger von staatlichen Zuwendungen zur Überwindung der [...] Wirtschaftskrise" sein könnten, "keinesfalls aber die Täter".
Genau richtig oder ganz schön panne?
Ein bisschen Sand ins Getriebe der Politik, zumal da, wo sie offenkundig nicht ganz richtig läuft - das klingt sympathisch und macht bestimmt Spaß. Ob die Aktion einen Effekt hat (außer vielleicht einer angehobenen Augenbraue bei der Adressatin der unerwünschten Post)? Kaum. Gegen die Initiative spricht das nicht. So kann zeitgemäßes Engagement aussehen, und probieren sollte man so etwas - auch wenn es, wie kürzlich im Fall der Petition gegen Internetsperren, im schlimmsten Fall an den Entscheidungen der Politik nichts ändert.
(ur)
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