Andreas Dittmer im Interview zum Kinderschutz-ABC

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Andreas Dittmer bei den olympischen Spielen in Athen 2004
18.08.2011

Der Spion veröffentlicht ab sofort einmal wöchentlich einen Beitrag aus dem Kinderschutz-ABC. Andreas Dittmer, Olympiasieger im Kanu, ist Pate der Aktion. Im Interview verrät er, warum das Kinderschutz-ABC so wichtig ist und was du tun kannst, um Missbrauch zu erkennen.

Herr Dittmer, Sie haben viel erreicht - Welt- und Europameisterschaften gewonnen, dreifacher Olympiasieger - Sie haben, wie sie selbst sagen, auch Glück gehabt. Hatten Sie viel Unterstützung von Eltern, Freunden oder Lehrern?

Bei Wettkämpfen sieht man immer nur die Sieger, die auf dem Podium stehen. Hinter so einer Leistung steckt aber immer auch ein großes Team. Die Unterstützung der Trainer, Partner, Freunde und der Familie spielen hierbei eine wesentliche Rolle - für das tägliche Training oder das Wohlbefinden vor Wettkämpfen. So konnte mich meine sportliche Schwester beispielsweise bei den Olympischen Spielen ebenso direkt unterstützen, wie ich sie. Gern erinnere ich mich an diese Momente.

Heute engagieren Sie sich für junge Menschen und soziale Belange im Land, warum machen Sie das?

In meinem Einer-Canadier bin ich mehr als zwei Mal um den Äquator gepaddelt. Ich habe von frühester Kindheit gelernt, diszipliniert zu leben, für meinen Erfolg hart zu arbeiten. Aber ich hatte eben auch das Glück durch mein Umfeld die Unterstützung zu bekommen, die man braucht, um sich gut zu entwickeln. Ich bin dankbar für all die großartigen Dinge, die ich erleben durfte. Als bodenständiger Mecklenburger möchte ich daher etwas zurückgeben. Ich erinnere mich noch genau, wie ich als 8-jähriger die Olympischen Spiele verfolgt habe und die Olympioniken meine Idole waren, denen ich nacheiferte. Heute brauchen Kinder und Jugendliche auch Vorbilder, Orientierung und Hilfestellung. Dazu möchte ich etwas beitragen, ganz gleich ob in einem Sportverein, einer Schulklasse oder bei der Warener Tafel.

Herr Bock, warum ist ein solches Engagement so wichtig im Kinderschutz?

Gewalt gegen Kinder und Jugendliche die es in allen Formen und jeder gesellschaftlichen Gruppe gibt, ist nach wie vor ein sehr aktuelles Thema. Die Fachkräfte im Land leisten bereits sehr gute Arbeit, nur können Jugendämter, die Schule, die Ärzte, ggf. die Polizei oder andere Fachkräfte eben auch nur dann helfen, wenn Sie von Vorfällen wissen. Der Schutz von Kindern liegt somit in der Verantwortung aller und braucht ganz besonders das Engagement des Einzelnen, sei es als Vorbild oder als jemand der seine Befürchtungen anderen mitteilt.

Was kann der Einzelne tun?

Andreas Dittmer: Jeder von uns kann erkennen, wenn es den Kindern von schräg gegenüber oder im Sportverein nicht gut geht. Hinsehen, Hinhören und vor allem Ansprechen, Hilfestellung geben oder Rat suchen. Das sind elementare Dinge, zu denen jeder von uns in der Lage ist.

Herr Bock: Und genau dort setzt unser Kinderschutz-ABC an. Es soll diejenigen unterstützen, die etwas beobachten oder selbst Hilfe brauchen. Mit der Ratgeberserie möchten wir die Menschen informieren, ihnen zu einem klareren Bild verhelfen und auf diejenigen verweisen, die kompetente Ansprechpartner sind. Das muss nicht immer gleich die Polizei oder das Jugendamt sein. Wichtig ist das ich nicht wegschaue, sondern meine Beobachtung mitteile, damit die Fachkräfte wirksame Hilfen und ggf. notwendigen Schutz rechtzeitig anbieten können. Hier brauchen wir jeden Einzelnen, ob Kind, Jugendlicher oder Erwachsener.

Herr Dittmer, das Kinderschutz-ABC ist eine tolle Sache, oder? Was genau finden Sie besonders gelungen?

Das Kinderschutz-ABC bietet jedem von uns notwendige Informationen im Umgang mit Kindern, es bietet Rat und Nützliches für jedermann und ist obendrein leicht verständlich und sehr am Alltag der Menschen orientiert geschrieben.

Wir danken Andreas Dittmer und Michael Bock für das Interview.
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