Auf den Straßen Mecklenburg-Vorpommerns

City- & Szenenews

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© Ralf Gosch
13.09.2011

Einer Statistik zufolge kommen auf den Straßen M-Vs die meisten Menschen zu Tode. Der Grund dafür liege in der hohen Aggressivität, die bei Autofahrern herrsche, sagt Rostocks Polizeipräsident.

71 Todesopfer in 6 Monaten: Das ist die traurige Bilanz der Straßen Mecklenburg-Vorpommerns. Damit werden 16 Menschen mehr verzeichnet als im Vorjahreszeitraum - womit laut dem Hamburger Abendblatt auf den Nordost-Straßen hinsichtlich der Einwohnerzahl bundesweit die meisten Menschen zu Tode kommen. Der schwere Unfall, der sich im März dieses Jahres auf der A19 ereignete und 8 Menschen das Leben kostete, wurde nicht mit einberechnet.

Eine Entwicklung, über dessen Ursprung sich Rostocks Polizeipräsident Thomas Laum nicht gänzlich im Klaren ist. "Für die Steigerung gibt es keine schlüssige Er-
klärung", äußert sich dieser. Schließlich waren die Zahlen der Toten und Verletzten seit dem Jahr 2001 fortlaufend gesunken. Im Jahr 2010 starben im Westen des Landes 48 Menschen - und damit 66 Prozent weniger als vor 10 Jahren. Die Zahl der Verletzten, 530, ging um 60 Prozent zurück. Eine Tendenz, wie Laum betonte, die der technischen Entwicklung der Fahrzeuge und dem Straßenausbau zu verdanken sei, sowie ebenso den Kontroll- und Präventionsmaßnahmen.

"Wir tun, was möglich ist", zeigt sich Laum zufrieden bezüglich letzterer. Im Rahmen der Kontrollen würden Polizisten, vor allem aufgrund der Blitzerwarnungen im Radio, jedoch nicht mehr so sichtbar auftreten wie früher. Den Warnungen kann Laum nur Kritik beimessen: "Das ist doch moralisch schief." Schließlich könnte eine Kontroll-
stelle eigentlich nach einer halben Stunde bereits wieder abgebaut werden; nun sei aber die Konsequenz, dass es viele und sehr kurzfristige Verkehrskontrollen gebe.

"Rohe Verkehrssitten" unter Autofahrern

Allerdings sieht der Polizeipräsident einen Bezug zu den "rohen Verkehrssitten", welche durch die Statistik deutlich werden würden, und welche jeder, so Laum, wahrnehmen könne. "Es gibt ein gewisses Maß von Aggressivität, gepaart mit Rücksichtslosigkeit, unterstützt durch weit verbreiteten Alkoholkonsum." Die Unfallzahlen des Jahres 2010 belegen dies: 25 Prozent der Unfälle gehen auf Raserei zurück, 14 Prozent auf Alkohol. In Bezug auf letzteres zeigte sich der Nordosten mit 36 Alkoholunfällen pro 100.000 Einwohner als Spitzenreiter.

Weniger bedeutend für das Unfallgeschehen sei das Überfahren von roten Ampeln: 64 Unfälle seien in der Statistik 2010 darauf zurückzuführen. "Der Kontrolldruck an Ampeln ist dem Problem angemessen", meint Laum. Ebenso seien Handy-Telefonate am Steuer kein Unfallschwerpunkt; obgleich dieses ein Verbot darstellt, welches wohl kaum beachtet werde. "Wir gehen nicht davon aus, dass wir mit den 3570 Handy-Feststellungen im vergangenen Jahr die meisten erfasst haben." Ein "Erkenntnisproblem" hingegen habe die Polizei noch bei Autofahrern unter Drogeneinfluss; ein Problem, an dem mit Hochdruck gearbeitet werde.

"Repression hat noch nie etwas gebracht"

Entgegen Laum sieht Michael Silkeit, der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, einen Grund für die hohen Verkehrsopferzahlen in der geringer werdenden Anzahl von Polizisten: "Es fehlt der Kontrolldruck." Während das Jahr 2001 noch 5600 uniformierte Polizisten verzeichnete, waren es vergangene Woche 5046. Doch damit allein sei es noch nicht getan: "Repression alleine hat noch nie etwas gebracht." Vielmehr könnte das Raserproblem in Wohngebieten mit baulichen Veränderungen verringert werden; überdies müssten die Kommunen die Ampelschaltungen überprüfen, die, so der Landeschef, für viel Verdruss und riskantes Verhalten bei Autofahrern sorge. Matthias Schmitting, Sprecher des ADAC, sieht einen weiteren Grund in der Politik. "Wir haben keinen Respekt vor Politikern, die einerseits populistisch sagen, dass mehr Prävention und Repression notwendig sind und dann mit den notwendigen Kosten beim Finanzministerium scheitern."

(nm)
9
Kommentare insgesamt

Lapeno E.
13.09.2011 17:59
Gast
und viel zuviele fahrer verlassen sich blind auf fahrassistenzsysteme und ignorieren, dass auch diese den gesetzen der physik unterliegen.

frei nach dem motto "wozu vom gas ? ich habe doch esp, damit kann man nicht mehr von der straße abkommen" geht es dann gegen den nächsten baum.

verbesserungen würden da fahrsicherheitstrainings bieten, die zum einen teil der fahrschule werden sollten, und zum anderen während der probezeit wiederholt werden müssten.
so bekommen die fahrer ein besseres gefühl für die grenzen ihres fahrzeugs.

die überfrachtung von fahrzeugen mit immer mehr assistenten für die assistenten der assistenten der fahrassistenzsysteme ersetzt nunmal nicht fahrerisches können.

zur rücksichtlosigkeit reicht wohl nur mal ein blick auf die vielen landwirtschaftlichen fahrzeuge, die meistens ohne, häufig mit defekten oder völlig verschmutzen signaleinrichtungen, ungenügender absicherung herausragender anbauteile, völlig überladen und ohne ladungssicherung (strohballen bis zu 6m hoch, bei maximal erlaubten 4m, auf den anhängern mit schnüren gesichert, die nichtmal als wäscheleine taugen) in der mitte der fahrbahn fahren und nur fahrzeugen platz machen, die deutlich größer und stärker motorisiert sind, während sie selbst alle anderen abdrängen und nicht vorbeilassen.

über den technischen zustand braucht man auch nichts weiter zu sagen. in den meisten fällen, wenn solche fahrzeuge angehalten werden, wird jegliche weiterfahrt sofort untersagt, bis alle mängel abgestellt sind.
doch leider reichen die kontrollen bei weitem nicht aus.

Chris90
14.09.2011 03:43
Gast
Die Kontrollen reichen nicht aus? Für meinen Geschmack seh ich die silbernen kisten mit blauer reklame viel zu oft...

Stefan Braun
14.09.2011 04:25
reg. Mitglied
URSACHEN ;- DER GANZE STAAT EIN GELD U: MEDIENRUMMEL FAZIT =BLITZ-MONEY :TOTE MEHR -MEHR BLITZ- MEHR MONEY !

RENTE :GRIECHENLAND :; -EU- ENDE : WAS DANN ?

Stefan Braun
14.09.2011 04:25
reg. Mitglied
URSACHEN ;- DER GANZE STAAT EIN GELD U: MEDIENRUMMEL FAZIT =BLITZ-MONEY :TOTE MEHR -MEHR BLITZ- MEHR MONEY !

RENTE :GRIECHENLAND :; -EU- ENDE : WAS DANN ?

Steffen O.
14.09.2011 07:19
Gast
jetzt noch einmal in Sätzen bitte?!
Oder hast du beim Fahren deines LKW mit dem Handy deinen Text geschrieben?!
So viel zu den sicheren Straßen und der Hetze über den Staat

Ota Otakulos
14.09.2011 11:10
reg. Mitglied
Wenn ich das nur lese Spitzenreiter in der Unfallstatistik. Jeder Mensch mit bischen Verstand müste doch merken das diese Statistiken von einem völlig falschen Standpunkt aus erstellt werden. Würde so eine Statistik mal anstelle des Bundeslandes in der der Unfall statfand von dem Bundesland in dem der Unfallverursacher wohnt ausgehen sähe die Sache ganz anders aus. Den "zuhause" fahren sie relativ ordentlich aber dan im Urlaub den sie meist bei Uns verbringen spielen sie wilde Sau. Vorallem würden sich die Kfz-Versicherungstarife dan ganz anders verteilen.

Zart B.
14.09.2011 14:11
Gast
Zu den Verkehrskontrollen sage ich nur, dass aus meiner Sicht fast ausschließlich an "lukrativen" Standorten geblitzt oder gelasert wird.
An wirklich gefährlichen Standorten wie vor Schulbushaltestellen, an denen (in 30er Zonen!!!!) 80% der Autofahrer- vor allem MORGENS- wenn viele Schüler dort unterwegs sind, mit mindestens 50km/h vorbei "rauchen" habe ich noch nie einen Blitzer gesehen. Auf den 2 und 3 spurigen Strassen hingegen sind wöchentlich Kontrollen.....da "lohnt" es sich schließlich.

Sicher sind aber die schwersten Verkehrsunfälle auf den Landstrassen und Autobahnen zu verzeichnen....und wenn ich sehe wie manch einer da fährt...HILFE!! Ich gehöre auch nicht zu denen die schleichen (was mitunter genauso schlimm und provozierend ist). Aber eine angepasste Fahrweise scheint so manch einer absolut nicht zu kennen.
Vielleicht sollte man nach bestandener Führerscheinprüfung wenigstens ein Fahrsicherheitstraining zur Pflicht machen. Ich habe es damals geschenkt bekommen und die Erfahrungen dort haben mir in mancher Situation schon oft geholfen- außerdem hat es mir sogar noch Spass gemacht.

Hübi H.
14.09.2011 19:26
Gast
Zitat: "...überdies müssten die Kommunen die Ampelschaltungen überprüfen, die, so der Landeschef, für viel Verdruss und riskantes Verhalten bei Autofahrern sorge"

schon komisch wenn 50 erlaubt sind, jedoch die grüne welle bei konstant 70 gerade so funktioniert ..

Chris90
14.09.2011 21:36
Gast
Hehe ja is mir auch aufgefallen
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