Kinderschutz-ABC: L wie Lernprobleme

City- & Szenenews

City- & Szenenews
© Kinderschutz-ABC / Bündnis Kinderschutz MV, Start GmbH
24.11.2011

Wöchentlich veröffentlicht der Spion einen Beitrag aus dem Kinderschutz-ABC. Heute: L wie Lernprobleme.

Wenn Kinder die Lust am Lernen verlieren

Immer still zu sitzen und zuzuhören, war ihr einfach zu langweilig. Von den Buchstaben gar nicht zu reden: Den einen sah sie als eine Geiß an, den anderen als Raubvogel. Dass sie richtig zusammengesetzt Worte bilden sollten, die man lesen konnte - das ging nicht in Heidis Kopf. So wie die kleine Titelheldin in Johanna Spirys berühmten Roman, haben auch heute viele Kinder Probleme mit der Schule und mit dem Lernen.

Alarmzeichen, dass etwas nicht stimmt

Dass Kinder sich im Unterricht nicht wohl fühlen und nur ungern zur Schule gehen, kann viele Gründe haben. Ein plötzlicher Leistungsabfall, Schuleschwänzen, Bettnässen, vorgeschobene Bauchschmerzen oder Tränen bei den Hausaufgaben sind deutliche Alarmzeichen. Spätestens dann ist es wichtig, dass Eltern und Lehrer genau hinsehen und nach den Ursachen fragen. Oft liegen diese im direkten Lebensumfeld des Kindes. Vielleicht belasten Partnerschaftsprobleme der Eltern, Hänseleien durch Mitschüler oder ein häufiger Lehrerwechsel. Wenn sich ein Kind weigert am Sport, Schwimmen oder an Klassenfahrten teilzunehmen, kann auch Vernachlässigung oder häusliche Gewalt dahinter stecken: Das Kind fürchtet, sich mit seiner unpassenden Sportkleidung zu blamieren oder dass Lehrer und Mitschüler die blauen Flecken auf seinem Rücken entdecken.

Lernprobleme können aber auch andere Ursachen haben

Eine Sehschwäche zum Beispiel, das Kind braucht einfach eine Brille. Möglicherweise entspricht auch das Lernangebot der Schule nicht den individuellen Fähigkeiten und Begabungen des Kindes: Jeder Schüler lernt anders, manchmal nehmen Lehrer darauf zu wenig Rücksicht. Hinter einer vermeintlichen Lernschwäche oder Auffälligkeit kann sich auch eine Hochbegabung verbergen.

Eines der wichtigsten Ziele von Schule sollte sein, dass die Kinder ihre Lust am Lernen bewahren. Diese kann ihnen jedoch vergehen, wenn sie sich unverstanden fühlen, Eltern und Lehrer Hilferufe ignorieren oder falsch interpretieren. Jungen und Mädchen, die in der Grundschule zum Beispiel starke Probleme beim Lesen und Schreiben oder beim Rechnen haben, leiden häufig unter Vorurteilen und werden als "dumm" oder "faul" abgestempelt. Rechenschwäche und Lese-Rechtschreib-Schwäche (Dyskalkulie und Legasthenie) oder AD(H)S (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom mit und ohne Hyperaktivität) sind jedoch Teilleistungsstörungen, die nichts über die Intelligenz eines Kindes aussagen, und die es mit liebevoller Unterstützung und professioneller Hilfe erfolgreich überwinden kann.

Wenn Kinder Probleme mit dem Lernen haben

Der erste Ansprechpartner für Eltern ist zunächst die Schule: Dort stehen ihnen Klassen- oder Fachlehrer, Beratungslehrer und Schulpsychologen zur Seite, um gemeinsam nach Ursachen zu forschen und angemessene Lösungen zu finden. Nach dem Schulgesetz Mecklenburg-Vorpommerns haben Schulen eine "den ein-
zelnen Schülerinnen und Schülern angemessene Förderung von Fähigkeiten, Inte-
ressen und Neigungen ist zu gewährleisten" (§4 Abs.2 SchulG M-V) und besondere Förderbedarfe zu berücksichtigen sowie spezielle Angebote bereit zu halten (§ 35 ff. SchulG M-V). Und im Paragraphen 4 Abs. 5 heißt es außerdem: "Das Wohl der Schülerinnen und Schüler erfordert es, jedem Anschein von Vernachlässigung, Misshandlung oder anderer Gefährdungen des Kindeswohls nachzugehen."

Wenn die Hilfsmöglichkeiten, die Schule bietet, ausgeschöpft sind, haben Eltern die Möglichkeit, außerschulische Hilfen zu beantragen. Wenn ein Arzt eine Lernstörung mit Krankheitswert diagnostiziert, kann die Krankenkasse die Kosten der Therapie übernehmen. Auch über die Jugendhilfe können Eltern Unterstützung und Förder-
ung für ihr Kind beantragen. So können Nachhilfe, lerntherapeutische oder erzieherische Hilfe auch von staatlicher Seite finanziert werden, wenn das Wohl und die Entwicklung des Kindes gefährdet sind. Rechtliche Grundlage dafür sind die Paragraphen 35 a und 27 des SGB VIII. Die entsprechenden Anträge auf Eingliederungshilfe beziehungsweise Hilfe zur Erziehung können Eltern beim zuständigen Jugendamt stellen.

Weitere Informationen

Adressen von Kinder- und Jugendnotdiensten, Erziehungs- und Familienberatungs-
stellen oder Jugendämtern sowie weitere Informationen sind auf der Kinderschutz-Landkarte des Bündnis Kinderschutz Mecklenburg-Vorpommern zu finden.

(nm) / Kinderschutz-ABC / Bündnis Kinderschutz MV, Start GmbH
weitere Nachrichten aus der Kategorie „City- & Szenenews“:
Immer noch keinen Partner gefunden? Am 01. November veranstaltet das Singleportal MV-Spion.de zusammen mit der Firma BM Event das größte Flirt- und Singleevent "La Boum" in Rostock. Dafür wird die Allround Arena Rostock in eine gigantische Single Arena umgewandelt. » mehr lesen
Diskriminierung oder lediglich polizeiliche Erfahrung? Weil ihn ein Bundespolizist aufgrund seiner Hautfarbe kontrollierte, erstattete ein dunkelhäutiger Deutscher Anzeige - und verlor. » mehr lesen
In Großbritannien steigt der Absatz erotischer E-Books. Auch in Deutschland könnte das unerkannte Konsumieren erotisch-brisanter Geschichten Schule machen. » mehr lesen